Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu lebenslangen körperlichen und geistigen Schädigungen und zu Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern führen – auch bei ‚geringem‘ Konsum. Solche Schädigungen werden unter dem Begriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) zusammengefasst. Die Betroffenen sind mit besonderen Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert, die sie auf Lebenszeit begleiten, FASD „wächst sich nicht aus“. Die größten Schwierigkeiten liegen dabei oft in der Bewältigung des Alltags.

Die Kinder- und Jugendhilfe muss verstärkt Wege finden, sich auf die besonderen Herausforderungen durch FASD einzustellen: hunderttausende von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland leben damit. Mit dem Jugendhilfeträger Pestalozzi-Stiftung Hamburg entstand so die Idee zu einem gemeinsamen Fachtag mit Workshops, zusammen mit der  Alten Eichen, St. Petri und Diakonische Jugendhilfe Bremen – und so waren unter den 80 Teilnehmer*innen in Bremen viele Aktive aus den Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften, den Wohnhäusern für Kinder und Jugendliche, und den Jugendhilfewohnstützpunkten.

Die engagierten Expertinnen und Experten von faspektiven e.V., der Diakonische Jugendhilfe Bremen, der ARCHE Klinik in Bremerhaven, dem Institut für FASD und Praktiker von Pflegekinder in Bremen gGmbH zeigten die Situation in einer großen Bandbreite und Praxisrelevanz auf. Nach einem Vortrag über die medizinischen und diagnostischen Hintergründe gab es auch persönliche Perspektiven. Eine beispielhafte Wohngemeinschaft nur für Kinder und Jugendliche mit FASD wurde vorgestellt (und für einen Betreuungsschlüssel von 1:1 ‚geworben‘). Workshops über die Herausforderungen in den ambulanten und stationären Hilfen und die Kommunikation zwischen Akteuren des Hilfesystems rundeten den Fachtag ab.

Die Teilnehmenden aus Hamburg und Bremen freuten sich über den fachlichen Austausch an einem herbstlich-sonnigen Tag in Bremen. Bald möchten wir zu einem bestimmt ähnlich interessanten Tag nach Hamburg einladen.

Text: Ralph Detsch (Pestalozzi-Stiftung Hamburg)